Wieso Podcasts ziehen und wie du sie erstellst

Jasmin Zihlmann on 24.10.2017 09:25:56
Jasmin Zihlmann

In unserer schnelllebigen, digitalen Medienlandschaft müssen Sie Ihrer Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein. Ein vielfältiges Angebot an qualitativ hochwertigen Inhalten stellt einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil dar. Haben Sie schon mal daran gedacht, Ihr Wissen und Ihre kreativen Ideen statt in einen Blog in einen Podcast zu verpacken? Nicht? Dann wird es höchste Zeit!

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Blogbeiträge sind immer noch eine der meist genutzten Methoden, um Wissen in unterschiedlichen Branchen zu vermitteln. Jedoch sind sie nur in limitierter Form zugänglich, da Interessenten z.B. während dem Autofahren oder im Fitnessstudio keinen Zugang dazu haben. Daher sind Podcasts eine tolle Alternative, wie Ihr Unternehmen mit Usern in Kontakt treten und ihnen Inhalte auf den von ihnen bevorzugten Kanälen anbieten kann. In Deutschland entstehend rund 8'500 Stunden Audio-Beiträge pro Monat, mehr als 4000 Podcaster stellen regelmässig ihre Werke ins Web, zwischen 10 und 15 Millionen Hörer gibt es. Diese Angaben macht jedenfalls Podcast-Produzent Dirk Primbs, der mit seiner Website podcorn.de die Szene beobachtet. Die Audiosendungen, die man sich aus dem Internet herunterlädt und dann über mobile Geräte anhört, sind durch ihre praktische Art und Weise, sie zu konsumieren, sehr populär geworden – ob am Stück oder in Raten, beim Joggen, beim Abwaschen oder beim Staubsaugen. So einfach der Konsum, so einfach auch deren Produktion? Das mag vielleicht auf den ersten Blick so erscheinen, doch braucht es nebst einem gescheiten Mikrofon und einem Web-Zugang doch einiges mehr, damit ein erfolgreicher Beitrag entstehen kann und vor allem auch von Interessenten gefunden wird.

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Wie Sie einen RSS-Feed kreieren

Da sich Podcasts einfach, schnell und günstig produzieren lassen, gibt es sehr viele freie Anbieter, die ihre Produkte ins Netz stellen. Das grösste Problem von Podcastern: Sie werden nicht gefunden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie, wie auch für Blogposts, einen RSS-Feed für Ihre Beiträge erstellen. Das heisst, Ihre Subscribers erhalten immer Ihre neusten Episoden. Je nachdem, wo Sie Ihre Beiträge hosten, ist es ganz simpel, einen solchen Feed zu erstellen. Hier erfahren Sie, wie Sie sofort mit dem Hosting bei SoundCloud beginnen können und ihn über RSS an Ihre Lieblings-Podcast-Apps verteilen können.

Welche Ausrüstung notwendig ist

Für eine qualitativ hochwertige Aufnahme lohnt sich ein gutes Mikrofon. Eine Möglichkeit bietet hier das USB Mikrofon Blue Yeti, welches man ganz einfach am PC oder Mac anschliessen und sofort loslegen kann. Mehr Hintergrundinfos zur Wahl eines Mikrofons, welches Sie auch sehr gut für das Erstellen von Videos verwenden könnten, finden Sie bei Wistia.

Für die Aufnahme kommen verschiedenste Aufnahmesoftwares in Frage. Für Mac empfiehlt sich die kostenlose Software GarageBand, welche einfach zu bedienen ist und das Herumspielen mit Effekten und Verbessern der Qualität ermöglicht. Am PC bietet sich Audacity als Alternative an.

Wie Sie ansprechende Inhalte erstellen

Nachdem Sie sich ausführlich um die nötige Ausrüstung gekümmert haben, geht es nun um das Herzstück der Arbeit: Den Inhalt. Wie bereits erwähnt, gibt es im Netz bereits Unmengen von Podcasts – bestimmt auch in Ihrer Branche. Heben Sie sich also von Ihrer Konkurrenz ab und erstellen Sie für Ihre Zielgruppe relevante und qualitativ hochwertige Inhalte. Überlegen Sie sich, was Ihre Followers gerne aus Ihrem Erfahrungsschatz lernen möchten, sammeln Sie Ideen oder erkundigen Sie sich, z.B. durch Social Media Umfragen, direkt nach den Interessen Ihres Publikums. Denken Sie auch daran, dass Sie bereits bestehende Inhalte wie ein erfolgreiches Webinar für eine Episode nutzen können. Gleichzeitig können Sie auch Inhalte oft gelesener Blogposts oder E-Books aufwerten und für die Aufnahme wiederverwenden.

3-2-1: Aufnahme

Haben Sie sich also für ein Thema entschieden und Inhalte dazu gesammelt, gilt es, diese so darzustellen, dass sie schliesslich ein flüssig lesbares und einfach identifizierbares Skript vor sich haben. Einige bevorzugen es, mit Stichwörtern zu arbeiten, um freier zu formulieren, andere brauchen ausgeschriebene, ganze Sätze oder vollständig notierte Fragestellungen. Unabhängig davon, welche Methode Ihnen mehr zusagt, bereiten Sie sich auf jeden Fall vor jeder Aufnahme seriös vor. Gestalten Sie den Podcast als Interview mit einer bestimmten Person, informieren Sie sich im Vornherein z.B. via LinkedIn über diese Person, lesen Sie ihre Artikel oder Interviews und überlegen Sie sich einige spezifische Fragen. So können Sie im Nachhinein mehr aus dem Podcast herausholen, z.B. Zitate oder eine Zusammenstellung von Antworten verschiedener Personen zur gleichen Frage.

Bevor Sie «aufnehmen» drücken, vergewissern Sie sich, dass keine ungewollten Hintergrundgeräusche stören. Falls Sie bewusst einen «belebten» Hintergrund wünschen, achten Sie darauf, dass diese Geräusche nicht zu sehr in den Vordergrund rücken. Damit Sie während der Aufnahme nicht mit Ihren Notizblättern rascheln, können Sie Ihre Notizen am Tisch oder an einer Wand festkleben.

Wie Sie den Podcast bearbeiten

Haben Sie Ihre Aufnahme erst einmal im Kasten, geht es ans Überarbeiten. Dabei ist es ganz Ihnen überlassen, wie viel Zeit und Aufwand Sie in diesen Schritt stecken. Wichtig ist jedoch, dass Ihr Podcast einen gewissen Erkennungswert hat. Dafür eignet sich ein knackiges Sound-Intro, welches jeder Ihrer Podcasts einleitet sowie ein Outro, welches das Ende Ihres Beitrags ankündigt. Wenn Sie sich mit Bearbeitungsprogrammen noch nicht so wohl fühlen, starten Sie mit einem Testpodcast, an welchem Sie z.B. in Audacity üben und basteln, bis Sie sich dann vielleicht in einem nächsten Schritt an Adobe Audition heranwagen, wo Sie eine grössere Palette an Editing-Optionen zur Auswahl haben. Die Aufnahme im WAV-Format eignet sich grundsätzlich am besten, da durch die Dateigrösse die Audioqualität während des Bearbeitungsprozesses beibehalten werden kann.

Wie Sie Ihren Podcast vermarkten und analysieren

Wie schon angetönt, ist es nicht ganz einfach, dass Ihre Podcasts auch gefunden werden. Daher ist es nebst dem Einrichten eines RSS-Feeds auch wichtig, Ihren Podcast richtig zu vermarkten und dessen Performance zu analysieren.

  • Blog: binden Sie Ihre Podcasts auf Ihrer Website und in Ihren Blog ein, um sie zu promoten. Sie können sogar ein Transkript anbieten, das SEO-technisch wirkt.
  • Website: Falls Sie möchten, können Sie eine speziell für Podcasts zur Verfügung stehende Website erstellen, auf welcher Sie die Episoden mit zusätzlichen Inhalten und Beschreibungen bewerben.
  • E-Mail: Kreieren Sie eine ausgewählte E-Mail-Liste für AbonnentInnen Ihrer Podcasts, um sie über die neusten Episoden zu informieren und exklusive Inhalte sowie Sneak Peaks anzubieten.
  • Social Media: Promoten Sie Ihre Podcasts auf Facebook und Twitter und geben Sie Ihren Followern die Möglichkeit, über Ihre Inhalte zu diskutieren und Feedback zu geben.
  • Cross Promotion: Checken Sie die Möglichkeit, Ihre Podcasts auf Websites und Blogs mit ähnlichen Themen zu promoten oder schalten Sie eine Werbung als Gegenzug für einen Gastbeitrag auf einer einflussreichen Seite.
  • Podcast-Gruppen: schliessen Sie sich auf den sozialen Netzwerken Podcast-Gruppen an, teilen Sie Ihre Inhalte, lassen Sie sich inspirieren und holen Sie Feedback.

Messen Sie den Erfolg Ihrer Podcasts anhand der Anzahl Downloads, z.B. auf SoundCloud. Checken Sie die monatlichen Downloads und notieren Sie sich Erfolge und Niederlagen sowie deren Ursachen. Überprüfen Sie die Anzahl an Downloads pro Episode, um zu überprüfen wie viele Subscribers Ihr Feed bereits gewinnen konnte. Motiviert? Dann fangen Sie noch heute an. Happy podcasting!