Content-Marketing: Der «Planet Neun» des Marketing

Roger Meili on 27.01.2016 09:00:00
Roger Meili
Verbreite Gutes!

Alle reden von Content Marketing und Sie nicken immer schön mit? Dann ist es höchste Zeit, dass Sie sich mit dem Thema auseinandersetzen. Denn es hat und wird die Art, wie Sie Neukunden gewinnen, die Kundenzufriedenheit erhöhen und alte Kontakte reaktivieren, völlig verändern.

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Content Marketing ist nicht einfach ein weiterer Trend unter der Sonne der Werbewelt sondern ein Game-Changer. In der Wissenschaft betitelt man solche Veränderungen auch gerne als Paradigmenwechsel. Ein System, das zuvor nach einer vorgegebenen Art funktioniert hat, verändert sich und funktioniert auf einmal anders.

Mir fällt dazu gerade folgendes Beispiel ein: In der Zeit von 200 v.Chr. bis 1600 n. Chr. Ging die Menschheit davon aus, dass die Erde den Mittelpunkt des Universums darstellt. In der Zwischenzeit wissen wir, dass wir nicht mal im Zentrum unseres Sonnensystems stehen, liegen oder fliegen. Die moderne Kosmologie sagt sogar, dass es keinen Punkt im Raum gibt, der sich als Zentrum benennen liesse.

Diese Entdeckungen erstrecken sich über Jahrtausende und erfolgten schrittweise. Trotzdem war es für den Menschen zu Beginn sehr schwer, sich mit der neuen Ordnung des Universums oder des Sonnensystems abzufinden.

Werben wie Neandertaler

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was das mit Marketing zu tun hat? Keine Angst, ich bin nicht vom Thema abgewichen. Denn auch das Marketing unterlag in den letzten Jahrzehnten einigen Veränderungen. Anfangs wurde es eingesetzt, um bei den Menschen Bedürfnisse zu wecken, die sie davor noch nicht hatten. Man schaltete Inserate, designte Plakate, machte Werbeanrufe oder schaltete einen TV-Spot, wenn das Geld ausreichte.

Der Konsument wurde circa 50 Jahre lang von Werbebotschaften bombardiert. Ganz zu Beginn vielleicht eher berieselt. Dann kamen Werbevertreter, -Anrufe oder Frontseiten-Anzeigen bei Tageszeitungen. Was am einen Tag noch unvorstellbar erschien, wurde am nächsten Tag zur Tatsache. Auch als das Internet langsam aufkam, entdeckte man neue Möglichkeiten, um Werbeanzeigen zu schalten. Das ging so weit, dass dem Kunden auf manch einer Website die Werbebanner fast schon in Gesicht sprangen. Eigentlich hämmerte das Marketing also wie ein kleiner Neandertaler immer wieder mit seiner Keule auf den Konsumenten ein.

Mit mittelalterlichen Mitteln ins Internet

Nur merkte man dank dem Internet auch langsam, dass diese Werbeanzeigen nicht immer gleich effektiv waren und mit den zusätzlichen Tools wie Adblockern musste man davon ausgehen, dass ein Grossteil der Besucher die Werbung nicht einmal sieht. War damit die Bombardierung der Konsumenten mit Werbebotschaften vorüber? Nein, noch lange nicht.

Obwohl alle Zeichen dafür sprechen, geht manche Werbeagentur noch die eingetrampelten Werbepfade: Banner, Google-Ads und Konsorten lassen grüssen und verschlucken nach wie vor die Grossteile der Werbebudgets. Meistens ohne grosse Wirkung. Aber auch das scheint nicht weiter tragisch zu sein. Denn niemand scheint zu merken, dass das Marketing einem Paradigmenwechsel unterliegt; dass sich ein Game-Changer eingeschlichen hat. Und dieser Game-Changer heisst Content-Marketing.

Die neue Art der Werbung sollte man eigentlich gar nicht mehr Werbung nennen dürfen. Denn anstelle von grossen Google-Ads, werden Texte aufbereitet. Anstelle von Werbeanzeigen werden Infografiken gestaltet und noch vieles mehr.

Der aufgeklärte Konsument

Aber das ist noch nicht alles: Das neue Marketing richtet sich nicht mehr nur am Geschmack des Unternehmens aus sondern vor allem am Interesse des Kunden. Und das ist der grosse Unterschied: Die Kundenzentrierung!

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Wer das nicht versteht, wird mit Content-Marketing nicht weit kommen. Nur, weil man ein paar Blogposts schreibt, wird man noch nicht erfolgreich sein. Deshalb nennen wir unser Content-Marketing auch Inbound-Marketing. Denn es spricht auch diesen Paradigmenwechsel an. Das „eingehende“ an dieser Methode ist folgendes: Indem wir spannenden und einmaligen Inhalt zur Verfügung stellen und unseren Kunden etwas anbieten, dass sie auch wirklich benötigen, werden wir auf den sozialen Medien und bei Suchanfragen besser gefunden. Der potentielle Kunde liest sich durch unser Angebot und sagt entweder „ja, genau das wollte ich wissen“ oder „nein, da bin ich am falschen Ort gelandet“.

Der leuchtende Stern

Aus eigener Erfahrung können wir Ihnen versichern, dass sich nur noch wenige Leute auf unsere Seite „verirren“. Wer bei uns landet, der hat nach etwas gesucht, das wir ihm auch bieten können. Die Anfragen kommen von ausserhalb des Unternehmens eigenständig auf uns zu. Wir müssen nicht so lange Konsumenten anschreien, bis sie sich nicht mehr trauen, einen anderen Weg zu gehen. Das ist zwar der schwierigere Weg aber auch der nachhaltigere.

Paradigmenwechsel bringen nicht nur schlechte Nachrichten und Verunsicherung: Sie zeigen auch den neusten Stand der Unwissenheit (also der Forschung) auf. Mit dem neuen Wissen nähern wir uns vielleicht der Gewissheit, dass nicht unser Unternehmen das Zentrum des Universums ist – vielleicht nicht einmal des Sonnensystems. Aber wenn wir guten Content aufbereiten, werden wir zum leuchtenden Stern oder zum menschenfreundlichen Planeten, der von den Konsumenten gerne besucht wird.

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