Aus alt wird neu: Wie Sie bestehenden Content richtig nutzen

Fabian Graf on 15.08.17 12:10
Fabian Graf

 Content richtig nutzen im Inbound MarketingInbound Marketing, Content-Produktion und Lead-Generierung sind keine Fremdwörter für Sie? Und doch haben Sie bezüglich dieser Themen bisher mehr Theorie- als Praxiserfahrung? Aller Anfang ist schwer, aber haben Sie einmal den ersten Schritt gemacht, kommt Vieles ganz von alleine. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit bereits bestehendem Content Ihr Online-Business vorantreiben – step by step.

Zu allererst fragen Sie sich vielleicht, wozu denn dieser Content überhaupt nützlich sein soll und weshalb er eine solch grosse Wichtigkeit in der Zeit von Web 2.0 spielt. Um die Relevanz von Content verstehen zu können, erläutere ich Ihnen kurz die drei Phasen der Inbound Marketing Methode. Durch Inhalte in Blogs, E-Mails, auf Landing-Pages oder Social Media sowie durch die Wahl der richtigen Keywords sollen potenzielle Kunden via Suchmaschine auf Ihre Firmenwebsite gelangen. Damit die richtigen Besucher zu Ihnen finden, müssen Sie auf diesen Plattformen informativen Content generieren, der diese Menschen anspricht und ihre Fragen beantwortet (Attract-Phase). Haben Sie einmal die Aufmerksamkeit Ihrer Besucher erlangt, geht es darum, diese in Leads zu verwandeln. Dies gelingt mit einem Formular, auf dem die Besucher ihre Kontaktdaten hinterlegen. Damit Sie an solch sensible Daten gelangen, müssen Sie den Kunden eine Art Gegenleistung, z.B. in Form von E-Books, Whitepapers oder Vorlagen bieten (Convert-Phase). In einem nächsten Schritt geht es darum, die richtigen Leads zu einem Geschäftsabschluss zu bringen, z.B. durch E-Mails mit nützlichem Content, welcher das Vertrauen und die Kaufbereitschaft stärkt (Close-Phase).

Content Marketing Checkliste

Wie Sie sehen, steht Content in diesem Prozess an erster Stelle und ist unabdingbar für den Erfolg im Content-Marketing. Bevor Sie jedoch zu Stift und Papier greifen oder wild in die Tasten hauen, lohnt sich ein Content Audit. Dabei sammeln und evaluieren Sie vor der Content-Produktion bereits bestehende Inhalte, welche sich auf Ihrer Website, in Ordnern, in Form von Broschüren oder sogar in den Köpfen Ihrer Mitarbeitenden befinden. So können Sie sich einen Überblick verschaffen, mögliche Lücken in Ihren Informationen entdecken und Ihre Inhalte verbessern und ergänzen.

Vier wichtige Schritte beim Content Audit

1. Bereits bestehende Inhalte identifizieren 

Wie bereits angetönt, gilt es, alle bereits bestehenden Inhalte, welche sich um Ihr Business drehen, zu sammeln. Dies geschieht einerseits Online, in dem Sie Ihre gesamte Webseite, Manuskripte, Newsletter, E-Mails und Marketingkits etc. durchforsten. Andererseits lässt sich bestimmt auch Offline eine Menge Content finden, z.B. in Broschüren, Anrufskripten, Projektvorschlägen, Protokollen, Verträgen etc. Nutzen Sie auch die Gelegenheit, an das noch ungeschriebene Wissen Ihrer Mitarbeitenden zu gelangen, in dem Sie sich mit den verschiedenen Abteilungen und Teams austauschen. Auch interne Kommunikationssysteme oder Projektmanagementtools können wichtige Informationen enthalten.

2. Inhalte kategorisieren 

Haben Sie erst einmal all diese Inhalte gesammelt, geht es darum, eine Ordnung reinzubringen. Dazu können Ihnen folgende Fragen dienen:

  • Wie aktuell ist der Content?
  • Worin besteht sein Zweck?
  • Ist er inhaltlich korrekt?
  • Wer ist der Autor?
  • In welchem Format ist er gehalten?
  • Wird er aktuell noch verwendet und wenn ja von wem?
  • Ist er durch ein Formular geschützt?
  • In welche Phase der Buyer’s Journey gehört er?
  • Welcher Persona kann er zugeordnet werden?

3. Taten folgen lassen 

Nachdem Sie all Ihre Inhalte identifiziert und kategorisiert haben, geht es nun darum, die Inhalte richtig zu platzieren und ihnen einen gewissen Mehrwert zu verleihen, sodass Ihre Kunden davon profitieren können. Schnelle Erfolge können z.B. durch eine simple Änderung des Formates erzielt werden, indem Sie zum Beispiel Videos in Blogposts oder in Checklisten verwandeln. Detaillierte Informationen zu einem aktuellen oder omnipräsenten Thema können in einem E-Book zusammengefasst werden, welches durch das Ausfüllen eines Formulars von Ihrer Website heruntergeladen werden kann und Ihnen ziemlich bald neue Leads einbringen wird.

Damit aus der Theorie also schnellstmöglich Praxis wird, können folgende Leitfragen nützlich sein:

  • Welche Inhalte können überarbeitet und verbessert werden?
  • Welche Inhalte können entfernt werden?
  • Welche Inhalte können mit anderen kombiniert werden?
  • Welche Inhalte können zusammengefasste werden?
  • Welche Kanäle werden genutzt, um die Inhalte zu promoten?
  • Zu welcher Phase gehören die jeweiligen Inhalte und wo sollen sie demzufolge platziert werden?
  • Können LeserInnen in Ihrem Inhalt ihre Probleme widererkennen? (Attract-Phase)
  • Zielt der Inhalt auf gewisse Lösungen ab? (Conversion-Phase)
  • Zielt der Inhalt auf den Verkauf Ihrer Dienstleistung oder Ihres Produktes ab? (Close-Phase)

4. Inhalte evaluieren

Mit Analyse-Tools wie Google Analytics oder Hubspot lassen sich Clicks, Views, Downloads und Conversions registrieren und analysieren. Aber auch SoundCloud, SlideShare, YouTube und alle weiteren Social Media Plattformen helfen Ihnen dabei, ein umfassendes Bild von der Nutzung und der Beliebtheit der einzelnen Inhalte zu erlangen. Da gewisse Inhalte zum Teil nur intern genutzt werden, befragen Sie dazu Ihre Teams, um zu erfahren, welche davon besonders wichtig oder besonders nützlich sind und welche dringendst überarbeitet oder optimiert werden sollten.

Durch diese vier Schritte können Sie ohne allzu viel Kosten und Aufwand eine erste Marketing-kampagne aufgleisen. Seien Sie sich immer bewusst, dass das Produzieren von neuem Content viel aufwändiger und teurer ist, als Bestehenden zu nutzen und so aufzubereiten, dass er für Ihre Kunden und demzufolge auch für Ihr Unternehmen einen Mehrwert generiert.

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